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„Die Fronten erinnern an eine Vulkanlandschaft.“

vor 2 Tagen
1 Min. Lesezeit

aus: Anne Siegel

Wo Islands wilde Seele wohnt

S. 174


1-Satz-Literaturclub 1SLC Judith Niederberger Lakritza Anne Siegel Wo Islands wilde Seele wohnt

Grafik: Lakritza mithilfe von ChatGPT und Midjourney



Quintessenz der Diskussion


Je kürzer der Satz, desto stärker ist im 1SLC der Fokus auf einzelne Wörter gerichtet. Im vorliegenden Satz beschäftigt uns daher die #Front und die unwirtlich klingende #Vulkanlandschaft.


Die Assoziationen führen uns nach #Verdun, wo im 1. #Weltkrieg die kriegerischen Fronten aufeinandertrafen und Soldaten im Bajonettengraben starben.


Schon seltsam, dass wir beim Wort «Front» an eine Verhärtung denken; und bei Vulkanlandschaft an schwarze, kantige Böden.


Auf Vulkanerde können höchst fruchtbare Landschaften entstehen. Und wenn wir die Front #etymologisch betrachten, entdecken wir Folgendes: Im Lateinischen bedeutet «frons» die #Stirn, im Französischen noch durch «le front» erhalten.


Die Stirn eines Menschen sehen wir, wenn wir jemanden von vorne betrachten und wenn auch wir uns dem Gegenüber zuwenden. Das ist zunächst eine gute Sache: ein Aufeinanderzugehen. Und wenn wir das, was hinter unserer Stirn ist, positiv einsetzen, kann ein wunderbares Gespräch entstehen. Ja, mehr noch: Wenn #Rapper sich – wie sie es explizit nennen – «fronten», dann entstehen im spielerischen Provozieren und Auftrumpfen unterhaltsame, kreative Kulturproduktionen.


Ein Hoch also auf Vulkanausbrüche und Kon-frontationen, wenn sie so wunderbare Früchte tragen!

 

 







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