„Dies war grösstenteils dem Sinneswandel einiger ihrer Familien zu verdanken, die zutiefst betrübt nach ihren heimatlosen, verstossenen Töchtern suchten und sie um Verzeihung baten.“
aus: Kelly Barnhill
When Women Were Dragons
S. 504

Grafik: Lakritza mithilfe von Midjourney
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Quintessenz der Diskussion
Ein trügerischer Satz! Er will uns vorgaukeln, da sei eine #Versöhnung im Gange und die Wiedervereinigung von Familien stehe bevor.
Wir misstrauen aber dem Sinneswandel: Er ist wohl da, doch er ist den #Töchtern gegenüber, denen grausames Unrecht angetan wurde, nicht ehrlich genug. Die «zutiefst betrübten» #Familien verstecken sich hinter einer selbstbezogenen Aussage und lassen zu wenig #Erkenntnis, zu wenig #Schulbewusstsein, zu wenig Busswilligkeit spüren. Diese Euphemisierung der #Reue bringt die Unfähigkeit wahrer Schamgefühle und Schuldbekenntnisse zutage.
«Die #Scham muss die Seite wechseln!» Diesen Appell hat #GisèlePelicot wiederbelebt. Wir können ihn nicht laut genug wiederholen.
«Kinder der Landstrasse», Vergewaltigungen von Mädchen in Sekten, Mittäterschaft im Faschismus … wo immer #Unrecht geschehen ist, müssen wir lernen, darüber nachzudenken und dann vor allem auch ehrlich darüber zu sprechen.
Das ist nicht einfach.
Gibt es möglicherweise deshalb heutzutage so viel dystopische Geschichten? Brauchen wir eine #Dystopie, um etwas zu verarbeiten?
Bestimmt ist es noch nicht die Lösung. Doch es ist ein Versuch, zur Sprache zu finden. Immerhin: Ein Anfang für eine mögliche Aussöhnung in der Zukunft.
Danke Riccarda Mecklenburg und Jeannette Häsler Daffré für die Co-Moderation auf #clubhouse
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