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„Eine Stille folgte dieser scheinbar nichtssagenden Bemerkung.“

aus: F. Scott Fitzgerald

Der grosse Gatsby

S. 203

1-Satz-Literaturclub 1SLC Judith Niederberger Lakritza F. Scott Fitzgerald Der grosse Gatsby

Grafik: Lakritza mithilfe von Nano Banana und Midjourney



Quintessenz der Diskussion


Scheinbar nichtssagende Bemerkungen sind (für Eingeweihte) genau das Gegenteil: sie sagen alles. Oft mehr, als man hören wollte. Und weil das sehr unangenehm sein kann, lösen solche Bemerkungen gerne ein betretenes Schweigen aus.


#Stille kann etwas Wunderbares sein. Stille kann eine Qualität unseres #Bewusstseins sein, wir können frei von Gedanken meditieren.


Stille wirft uns auf uns selbst zurück. Wenn wir mit uns aber nicht im Reinen sind oder wenn unser Inneres mit dem Äusseren (zum Beispiel einer «scheinbar nichtssagenden Bemerkung») in Irritation steht, füllt sich die Stille mit Gedanken. Diese inneren Worte können lauter werden, als uns lieb ist, eine kaum zu ertragende ohrenbetäubend Stille.


Wenn wir uns einer solchen lauten Stille stellen, besteht die Hoffnung auf ein Happy End. Vielleicht hat die Ehefrau gesagt: «Ich habe Eier gekauft», und der Ehemann ist gerührt: Seine Frau wird ihm als Beweis ihrer #Liebe wieder #EggBenedict zum Frühstück zubereiten.


Andernfalls werden wir ahnen, dass – wie #RobertMusil es zum Beginn im «Mann ohne Eigenschaften» sagt – aus dieser Stille «bemerkenswerterweise nichts hervorgeht», das es verdienen würde, geliebt zu werden.


Zu dieser Einsicht hat der grosse Gatsby – das Herz tut uns auf ewig weh – leider nicht finden dürfen.








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