„Er nahm es aber hin, ohne zu äussern, was in ihm vorging.“
- 1-Satz-Literaturclub

- vor 3 Stunden
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aus: Gisèle Pelicot
Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln
S. 103

Grafik: Lakritza mithilfe von Midjourney
Quintessenz der Diskussion
Der Mensch hat viele Erwartungshaltungen. Selbst wenn es um #Reaktionen anderer geht. Bei schönen Ereignissen erwarten wir sichtbare Zeichen der Freude. Bei traurigen Tränen. Bei Ungerechtigkeiten Wut oder Aufbegehren. Bleiben die erwarteten Reationen aus, irritiert uns das. Und darf uns gerne zu denken geben.
Warum frohlockt «Die Ausgezeichnete» auf dem Gemälde von #WolfgangMattheuer nicht? Dass das Bild in den 70-er Jahren in der #DDR entstanden ist, offeriert diverse Interpretationansätze.
Wenn eine zutiefst beleidigte und gedehmütigte Person keine Äusserung verlauten lässt, kann dies dem eigenen Schutz dienen. Oder der einzig mögliche Triumph sein: «Ich breche wegen euch nicht zusammen!»
Im Gerichtssaal lässt sich immer wieder beobachten, dass Schwerstverbrecher ihr #Urteil und Strafmass mit steinerner Mine entgegennehmen. Hier könnte es u.a. auch mit der generell fehlenden emotionalen Kompetenz zu tun haben.
Die Reaktion von Gisèle Pelicot hätten wir wohl ebenfalls nicht erwartet. Umso mehr beeindruckt sie uns. Sie äussert sich: #Mutig. Offen. Mit klaren Worten: «Die Scham muss die Seite wechseln.» Und publiziert trotz des Unfassbaren, Erschütternden, was ihr aus dem nächsten Umfeld angetan wurde, eine lebensbejahrende «Hymne an das Leben.»
Zu Recht eine #Ikone unserer Zeit.
Und ihr Buch #Pflichtlektüre für uns alle.
Danke Riccarda Mecklenburg, Jeannette Häsler Daffré, Maria-Anna Meissner und Sebastian Graulich für die Co-Moderation auf #clubhouse
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