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„Er war 30 Kilometer pro Stunde zu schnell gewesen.“

aus: Jo Fischler

Klein aber tot

S. 141


1-Satz-Literaturclub 1SLC Judith Niederberger Lakritza Jo Fischler Klein aber tot

Grafik: Lakritza mithilfe von ChatGPT, Nano Banana und Midjourney



Quintessenz der Diskussion


30 km/h zu schnell … Selten hingen wir so konsterniert in den geistigen Seilen wie dieses Mal bei unserem Zufallssatz aus einem zunächst nicht bekannten Buch. Warum? Weil bei diesem Satz der #Kontext noch viel wichtiger scheint als sonst.


Es spielt in der (Un)Tat eine erhebliche Rolle, ob der Protagonist diese Geschwindigkeitsübertretung innerorts oder ausserorts begangen hat.


Weiter spielt es eine Rolle, ob die deutsche #Polizei oder die schweizerische dieses Vergehen ahndet. Generell raten wir natürlich davon ab, 30 km/h zu schnell zu fahren; aber wenn’s denn mal sein sollte: auf keinen Fall in der #Schweiz! Am finanziellen Loch, das diese Busse in deinen Geldbeutel reissen wird, wirst du bis ans Lebensende zu knabbern haben.


Und drittens spielen die Umstände eine Rolle. Wenn Sandra Bullock in #Speed die Geschwindigkeitsbeschränkung nicht einhält, hat das triftige Gründe. Wenn ein Mann seine in den Wehen liegende Frau so schnell wie möglich ins Krankenhaus fahren will, drückt selbst die Polizei zwei Augen zu. Wenn ein verliebter Mensch verhindern will, dass das Subjekt seiner Leidenschaft in einen Flieger steigt und auf Nimmer-Wiedersehen in die Lüfte steigt, werden die Ordnungshüter kaum Verständnis haben.


Und wir? – Wir sind froh, gibt es Literatur und Filme. In der #Fiktion dürfen wir lustvoll alle Regeln über Bord hauen und mit unseren Lieblingsfiguren ganz skrupellos jede Übertretung begehen, wenn sie dem Genuss der Story dient.


In der #Realität sollten wir entschleunigt unterwegs sein, damit wir die schöne Blume am Wegrand geniessen können.








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