„Dem Schlaf noch nicht ganz entkommen, hielt er den Schatten bei der Tür für seinen Vater.“
- 1-Satz-Literaturclub

- 4. Okt.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Okt.
aus: Nelio Biedermann
Lázár
S. 222

Grafik: Lakritza mithilfe von Midjourney
Quintessenz der Diskussion
Erstellt von Lakritza
Der Satz ist so wunderbar #poetisch verfasst, dass wir uns im ersten Moment in seine schriftstellerische #Schönheit hinein verlieren.
Beim zweiten Überdenken, im Nachschwingen des Inhalts sozusagen, beschleicht uns dann ein ungutes Gefühl. Wenn Menschen #schlafen, sollten sie sich geborgen fühlen, und ihr Aufwachen sollte von #Vertrauen begleitet sein. Hier scheint dieses Vertrauen gebrochen zu werden. Beim sichbaren Umriss handelt es sich nicht um ein faszinierendes Licht-Schattenspiel, verursacht vom Mondschein, der die Welt von draussen ins Schlafzimmer hinein an die Wand projiziert. Sondern um etwas, das nicht das ist, was es zuerst zu sein schien.
Und das bedeutet in der Regel nichts Gutes. Was, das sei hier nicht verraten. Wir erfuhren es am Schluss unserer Diskussion – und empfehlen an dieser Stelle, dieses Buch des jungen vielversprechenden Schriftstellers zu lesen.
Dann aber wenden wir uns wieder zurück zu unseren eigenen, noch unbelasteten Gedanken zu diesem Satz. Anstelle der #Bedrohnung im Buch lassen wir eine berühmte Filmszene Revue passieren, als ein riesiger #Schatten an der Wand Panik auslöste – bei der Katze Tom nämlich, die nicht realisierte, dass der fürchterregende Umriss vom süssen kleinen Mäuschen Jerry stammte.
Danke Riccarda Mecklenburg, Jeannette Häsler Daffré und Maria-Anna Meissner für die Co-Moderation auf #clubhouse
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