„Er bemühte sich nach wie vor, sich so ungezogen und flegelhaft zu benehmen wie ein reinrassiger Drache.“
- 1-Satz-Literaturclub

- vor 1 Tag
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aus: Michael Ende
Jim Knopf und die wilde 13
S. 109

Grafik: Lakritza mithilfe von Midjourney
Quintessenz der Diskussion
#Imagewandel – leicht gemacht: Als Beispiel nehme man den #Drachen. Im #Mittelalter war er die unheilvollste Schreckensgestalt, oft mehrköpfig, und viele Helden liessen ihr Blut beim Versuch, das Ungeheur zu überwältigen. Letzteres erstaunt nicht, wenn diese meinten, sie könnten dem Drachen einen seiner Köpfe abschlagen, wuchsen doch sofort drei weitere nach. Der wahrhaftig edle Ritter wusste, worauf es ankam: Nur ein mutiger Nahkampf und ein gezielter Stoss ist Herz vermochte das Untier zu erlegen.
Jahrhunderte später mauserte sich die Sagengestalt zum nicht mehr lebensberohlichen, aber doch höchst widerwärtigen Hausdrachen – meist weiblich konnotiert (warum bleibt unlogisch: immerhin heisst es der und nicht die Drache).
In jüngster Zeit legte das Wesen gehörig an Schnüggel-Potenzial zu. Man denke an den flauschigen #Fuchur, den gezähmten #Ohnezahn, den Mini-Drachen #Mushu oder an den im vorliegenden Satz angesprochenen Mischlingsdrachen #Nepomuk, dessen Mutter ein Nilpferd war.
Wie jedes sympathische Wesen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck müssen auch junge Mischlings-Drachen ihre Drachenkämme abstossen, bevor sie ihre edle Diamantenseite nach aussen kehren und die ihnen zugeteilte Aufgabe mit Bravour erbringen. Dadurch lernen sie: Ob sogenannt reinrassig oder gemischtblütig spielt keine Rolle. Im Leben kommt es auf die Taten an. Die guten, selbstredend.
Danke Riccarda Mecklenburg, Maria Anna Meissner und Sebastian Graulich für die Co-Moderation auf #clubhouse
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